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Social Media Sucht

Social Media Sucht – Kennst du das?

Du bist mit deinen Freunden in einer Bar oder einem Restaurant und aus Gründen der Höflichkeit gehst du nicht an dein Smartphone. Deine Versuche, dich in das spannende Gespräch miteinzubeziehen, scheitern: Deine Aufmerksamkeit ist bereits zerstreut. Du willst der Social Media Sucht entgehen, deine Gedanken plagen dich. Mittlerweile merkst du, dass das Gespräch immer interessanter und intensiver wird, jedoch nicht für dich. Du hast schon zu viele Gesprächsfetzen ausgelassen, um noch zu wissen, worum es genau geht. Während alle begeistert über diese eine, spannende Geschichte reden, fühlst du dich mehr und mehr ausgeschlossen. Unter dem Vorwand zur Toilette zu gehen, stehst du auf. Du zückst dein Smartphone und überschüttest dein Hirn mit Informationen. Eine kurze Befriedigung blitzt in dir auf, die dir dann jedoch wieder entgleitet. Du setzt dich wieder an deinen Tisch und weißt mittlerweile gar nicht mehr, worüber gesprochen wird.

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Ein anderes Szenario

Du sitzt im Bus, dir gegenüber sitzt ein nettes Mädchen, welches dich anlächelt. Du siehst ihre schönen langen Haare, ihre Augen, die dich anfunkeln und in dir ertönt eine Stimme, die dir dazu rät, sie anzusprechen oder zumindest anzulächeln. Noch bevor du dieser Stimme erlaubt hast, zu Ende zu reden, kramst du dein Smartphone aus der Hosentasche und schaust pretentiös auf deinen Bildschirm. Anstatt dich deiner Ansprechangst zu stellen.

Konntest du dich wieder erkennen? Zumindest ein wenig? Falls ja, dann leidest wahrscheinlich auch du an der Social Media Sucht. Falls du dir jetzt denkst, dies sei  „lächerlich“, dann lass mich dir erklären, warum du diese Social Media Sucht nicht unterschätzen solltest.

 

Social Media Sucht: Auswirkungen auf unser Wohlbefinden
Designed by quinky / Freepik
Social-Media Starterpack

 

 

 

 

 

 

Das Smartphone wird heutzutage missbraucht und in einem sehr ungesunden Verhältnis genutzt. Ich kann aus eigener Erfahrungen aus meinem Bekanntenkreis berichten, dass Menschen, die ihr Smartphone sehr oft nutzen, meistens dann danach greifen, wenn es ihnen schlecht geht. Sie versuchen mit der Hilfe sozialer Medien ihr schlechtes Gefühl zu verdrängen. Und das klappt dann auch. Ein neuer Follower auf Instagram, ein neuer Like bei Facebook und schwupps, unser Gehirn schüttet Dopamin aus. Einen hoch süchtig machenden Botenstoff, der uns glücklich macht. Allerdings hält dieses Glück nur einige Minuten, bis wir wieder die Traurigkeit oder die innere Leere und Bedeutungslosigkeit in uns realisieren. Und wieder zum Smartphone greifen. Vor uns selbst können wir es gut rechtfertigen: Es sei ja schließlich wichtig, im 5 Minuten-Takt zu sehen, ob man denn nun unter einem lustigem Facebook-Video markiert wurde.

Die heutige Generation hat nicht gelernt, wie sie ihr Selbstwertgefühl durch Reflektion und Selbstwahrnehmung steigern kann. Und durch die Tatsache, dass nahezu jedes Bedürfnis von uns in kürzester Zeit befriedigt werden kann (Instant Gratification), haben wir eine wichtige Sache verlernt: Geduld. Wir wollen viel, wir wollen alles, wir wollen es jetzt!

Wir können also nicht so gut reflektieren und wir besitzen auch nicht einmal die Geduld, dies zu tun. Was machen wir also, wenn es uns schlecht geht? Richtig, wir greifen zu unseren Süchten, die uns kurzfristig ablenken. Und ehe wir uns versehen, sind wir abhängig von diesem Mechanismus. Wir sind viel zu sehr vom Außen abhängig und damit beschäftigt, der innere Fokus ist gar nicht mehr vorhanden, Dauerstress als Folge.

Merksatz

 

Kurzfristiger Genuss führt zu langfristigem Leiden.
Kurzfristiger Verzicht führt zu langfristigem Erfolg.

 

Die meisten jungen Männer und Frauen beziehen Anerkennung und Bestätigung unter Anderem aus sozialen Medien. Sie lassen sich von externen Faktoren definieren und ihren Wert zuschreiben, anstatt sich auf sich selbst zu besinnen. Mit Hilfe der sozialen Profile wollen sie der Außenwelt vermitteln, dass auch sie ein spannendes und aufregendes Leben führen, auch wenn sie in Wahrheit zutiefst unzufrieden mit sich und ihrem Leben sind.
Wahres Glück und wahre Zufriedenheit kommt aus dem Inneren. Doch wie kann man sich auf das Innere fokussieren, wenn das Innere zu aufgewühlt ist, eine Selbstauseinandersetzung schmerzhaft ist und die kurzfristige Ablenkung keinen halben Meter weit entfernt ist?
Wenn man sich nicht mit sich zusammensetzt, wenn es einem schlecht geht, dann darf man sich auch nicht wundern, warum man diese beängstigende Bedeutungslosigkeit des eigenen Lebens seit geraumer Zeit verspürt.

 

Social Media Sucht: Gedankenexperiment

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Crying toddler

 

 

 

 

 

 

Stell dir vor, du schiebst dein Kind im Kinderwagen durch die Stadt. Plötzlich schreit und quängelt es. Du weißt aber nicht, was es hat. Könnte es Hunger sein oder einfach nur Aufmerksamkeit? Es schreit und quängelt weiter, doch anstatt nach zu sehen, was es hat, greifst du dein Smartphone und liest dir deine neuesten Nachrichten durch. Das Lesen deiner Nachrichten schüttet soviel Dopamin aus, dass du dich glücklich fühlst und es lenkt dich so sehr ab, dass du das Schreien deines Kindes im Hintergrund gar nicht mehr wahrnimmst. Irgendwann lässt dieses Glücksgefühl nach und du realisierst, dass du das Schreien deines Kindes wieder hören kannst. Dies lässt dich verzweifeln und du greifst wieder zum Smartphone.

„Barbarisch“ denkst du dir? Ich sage: Das ist realistisch. Denn nichts anderes machen wir mit uns selbst: Anstatt uns unseren Gefühlen zu widmen, verdrängen wir sie.

Wir haben Gefühle der Trauer und Leere in uns und unser inneres Kind erinnert uns daran, dass wir uns damit nun auseinander setzen sollten. Es will Aufmerksamkeit und Fürsorge. Doch wir ertränken diese Hilfeschreie tagtäglich mit einer kleinen Schicht aus Dopamin, die nicht allzulange hält. 

 

Social Media Sucht: Mein Tipp an dich

Starte ein kleines Experiment!

Versuche eine Woche so gut es geht auf dein Smartphone zu verzichten. Das heißt: Keine übermaßige Nutzung von Facebook, Instagram oder Snapchat. Du benutzt dein Smartphone nur noch für wichtige Dinge, wie z.B. Freunde und Familie kontaktieren.

Aber das ist noch nicht alles. Immer dann, wenn du das Gefühl verspürst, dein Smartphone in die Hand zu nehmen, fragst du dich stattdessen lieber: „Wie fühle ich mich grade?“. Du wirst erstaunt sein, dass du dich in den meisten Fällen leer, unwohl, bedrückt oder traurig fühlst und dass dein Unterbewusstsein in erster Linie nur deshalb auf das Smartphone zurückgreifen wollte, um dich von diesen Gefühlen abzulenken.

Fun Fact: Beim Schreiben dieses Beitrags rief mich ein guter Freund an und erzählte mir, dass er heute keine Zeit hätte, da er sich bereits mit einem ehemaligen Freund von mir trifft. Kaum hatten wir aufgelegt, dachte ich darüber nach. Ich spürte Unwohlsein und mein erster Impuls war „Was gibt es wohl Neues auf Facebook?“

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