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Sich selbst lieben – Warum und Wie Du es tun kannst!

Sich selbst lieben

Vorab: Wer direkt zur Geschichte und zum praktischen Teil dieses Beitrags kommen möchte, scrollt runter bis zum Eintrag „Sich selbst lieben lernen – So geht’s!

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Kommt es dir manchmal so vor, dass dich Menschen nicht lieben oder nicht respektieren? Behandelt dich deine Partnerin lieblos? Gehen deine Freunde und Kollegen irgendwie unsensibel mit dir um? Und vor Allem, denkst du, dass „sich selbst lieben“ dagegen helfen kann?

Viele Menschen gehen durch das Leben und haben feste Glaubenssätze, dass sie nicht liebenswert seien und nicht wertvoll seien und verhalten sich dementsprechend auch so. Sie hören Sprüche wie, man muss sich selbst lieben um andere zu lieben. Sie reagieren patzig und fühlen sich schnell angegriffen, wenn sie kritisiert werden. Sie fühlen sich schlecht behandelt und behandeln daraufhin andere Menschen schlecht. Drohen innerlich zu zerbrechen und wissen meistens auch nicht wieso. Dabei wünschen sich diese Menschen nur, dass sie geliebt werden, genau wie jeder von uns. Dabei wissen sie nicht, dass sie erst einmal sich selbst lieben müssen.
Das Gefühl nicht geliebt zu werden, ist eines der schmerzhaften Erfahrungen für uns Menschen. Ich glaube, dass aus diesem Grund auch die meisten zwischenmenschlichen Konflikte entstehen.

 

Sich selbst lieben lernenDesigned by Alekksall / Freepik

 

 

Sich selbst lieben: Wie sieht es bei dir aus?

Wenn du auch das Gefühl hast, dass du nicht geliebt wirst, dann frage ich dich: Liebst du dich denn selbst?
Denn um von anderen geliebt zu werden, muss man zunächst einmal sich selbst lieben.
Den Spruch hast du wahrscheinlich schon öfter mal gehört, doch was ist da dran, an der Selbstliebe?

 

Sich selbst lieben ist kein Egoismus!

Viele Menschen verwechseln Selbstliebe mit Egoismus. Ihnen wurde jahrelang eingetrichtert, dass zu erst immer die anderen dran sind, dann man selbst. Sie fühlen sich schlecht, wenn sie zu erst nur an sich selbst denken. Sobald sie anfangen zu erst an sich zu denken, schaltet sich ihr innerer Kritiker ein und bestraft sie mit schlechten Gedanken und Gefühlen, damit sie auch ja nicht nochmal auf die Idee kommen, zu erst an sich und ihre eigenen Bedürfnisse zu denken. Jedoch ist dies ein Irrglaube. Zu erst an sich selbst zu denken ist kein Egoismus, sondern gesunde Selbstliebe.

 

Sich selbst lieben Zitate von Jesus:

„Liebe deinen nächsten, wie dich selbst. – Jesus von Nazaret

 

„Der, der Liebe hat, dem wird Liebe gegeben. Nicht der, der Liebe braucht. Liebe muss zu erst in dir sein, um es zu vermehren. Gott kann dir nichts geben, was du dir selbst nicht geben willst.“ – Jesus von Nazaret

 

Sich selbst lieben: Du hast dich schon einmal selbst geliebt

Sich selbst lieben können entspringt aus dem tief verwurzelten Glauben, dass man wertvoll und besonders ist. Dass man dazugehört, so wie jeder andere Mensch auch.

Als Kinder kommen wir frei und vollkommen auf die Welt. Wir spüren, dass wir vollkommen sind, stellen dies nie in Frage. Unsere Eltern geben uns nämlich all die Liebe und Aufmerksamkeit die wir brauchen. Sie passen auf uns auf, beschützen uns und tragen uns durch die Welt. Aber nur solange, bis wir anfangen ihre Sprache zu verstehen. Sobald wir dies tun, stellen sie uns Bedingungen. Wir müssen uns nach ihren Wünschen verhalten und handeln, ansonsten drohen sie uns mit Liebesentzug. Ein Kind reagiert äußerst sensibel darauf. Unsere Eltern erziehen uns dann mit Hilfe von Kritik, Bedingungen und Strafe. Sie ziehen uns weg von unserem wahren Ich und konditionieren uns zu Menschen, die sich ihnen unterordnen müssen, um zu überleben.

Liebe ist besonders wichtig in den ersten Jahren eines Kindes. Traurigerweise konditionieren die meisten Eltern ihre Kinder so, wie man auch einen Hund konditionieren würde: Tut es was Gutes, belohnen wir es. Tut es was Schlechtes, bestrafen wir es. Was es will ist unwichtig, da es abhängig von einem ist.

 

Sich selbst lieben: Die Geburt des inneren Kritikers

Wer als Kind immer wieder von seinen Eltern bestraft oder mit missbilligenden Blicken und Gesten konfrontiert wird, fängt an zu denken „Irgendwas an mir ist falsch. Sonst würden die doch nicht so mit mir umgehen!“. Wir sehen nicht, dass mit uns alles in Ordnung ist und dass der eigentliche Fehler bei unseren Eltern liegt und darin, wie diese mit uns umgehen. Stattdessen fangen wir an uns selbst zu kritisieren und innerlich zu bestrafen, gehen also genau in der Art und Weise mit uns selbst um, wie unsere Eltern mit uns umgegangen sind. Der innere Kritiker ist somit geboren. Dieser Kritiker steckt in fast allen von uns. Wie kann man denn bitte sich selbst lieben, wenn die innere Kritik überwiegt?

 

Der innere Kritiker
Designed by Freepik

 


Sich selbst lieben: Wenn die Kritik überwiegt

„Was ist an dir liebenswert? Du hast so viele Schwächen und Fehler!“ sagt es uns. Im Grunde genommen ist dieser Kritiker nur eine Ansammlung von negativen Glaubenssätzen unserer Eltern oder anderen (ehemals) nahestehenden Personen, die wir uns selbst immer wieder im Kopf abspielen. Wir hören quasi unsere Eltern bzw. andere (ehemals) uns nahestehende Personen in unserem Kopf. 

Gedanken sind in uns, Gedanken, dass wir unvollkommen sind und wir haben das ständige Gefühl, dass irgendetwas mit uns nicht stimme. Wir denken, dass wir vollkommener werden, wenn wir uns innerlich weiterhin bestrafen und versuchen, unsere Schwächen und Fehler auszumerzen. Sich selbst lieben? Daran denken wir erst gar nicht, denn dadurch, dass wir permanent mit unserer vermeintlichen Unzulänglichkeit am Rangeln sind, fällt es uns schwer, uns selbst zu lieben.

Auch wenn wir schon lange nicht mehr abhängig von unseren Eltern sind, spielen wir dieses Spiel innerlich immer noch weiter mit:
Sagen, tuen oder fühlen wir etwas „Falsches“, dann bestrafen wir uns innerlich. Das tun wir, weil wir denken, dadurch „perfekt“ werden zu können. Und wenn wir dann eines Tages mal „perfekt“ sind, dann würden wir auch geliebt werden. Kleiner Spoiler: Niemand ist perfekt und niemand wird jemals perfekt sein. Und das ist auch gut so.

Der innere Kritiker ist die erste und einzige Person, die dich an der Selbstliebe und der Liebe zu anderen Menschen hindert.

Alles, was sich gut anfühlt, ruiniert er dir mit negativen Glaubenssätzen.
Alles, was sich schlecht anfühlt, bestärkt er solange, bis es unerträglich wird. Und je härter du dagegen ankämpfst, desto unerträglicher scheint es zu werden.

 

Sich selbst lieben: Die Vorteile

Wenn du dich selbst liebst, sehen die Menschen, wie liebevoll du mit dir selbst umgehst und du zeigst ihnen damit, wie sie mit dir umzugehen haben. Die Menschen werden dich nämlich immer so behandeln, wie du dich selbst in deinem Inneren behandelst. Machst du dich selbst runter vor allen anderen, werden auch andere Menschen es tun. Lobst du dich selbst, werden es auch andere tun.

Selbstliebe führt zu einem verbessertem Lebensgefühl. Es löst in dir ein Gefühl der Dankbarkeit aus, was wiederum die positiven Momente in deinem Leben vermehrt. Mit Selbstliebe hast du das Gefühl, alles würde einen Sinn machen; dies wird dich viel gelassener im Alltag machen.

Selbstliebe verbessert auch dein emotionales Befindsein, was wiederum deine Gesundheit verbessert. Krass, oder? Gesund durch Selbstliebe, wer hätte das gedacht?

 

Sich selbst lieben lernen – So geht’s!

Kommen wir zur Funktionsweise.

Ich möchte, dass du deinen Fokus bei dir selbst behältst. Du bist die wichtigste Person in diesem Augenblick (und auch in jedem Augenblick deines Lebens).

Verlagere deine Aufmerksamkeit von
Die anderen geben mir dies und jenes nicht!
in
„Was kann ich mir selbst geben?“

Komme also vom reaktiven Teil deines Bewusstseins, welches nur darauf wartet, Dinge von anderen Menschen zu erhalten, zum aktiven Teil deines Bewusstseins, wo du nicht mehr geduldig und bedürftig auf etwas wartest.

Alles, was du vermeintlich nicht von anderen bekommst, gibst du dir erst einmal selbst.

Klingt einfach, ist es aber auch.

Liebe, Respekt, Mitgefühl und Verständnis musst du dir selbst erst einmal entgegen bringen. Gehe mit dir innerlich (also in deinen Gedanken) so um, wie du mit einem guten Freund umgehen würdest.

Ersetze also die negativen Gedanken durch wohlwollende und freundliche Gedanken zu dir selbst: Ersetze den inneren Kritiker durch den inneren Freund!

Statt also reaktiv zu denken
„Man, ich werde gerade nicht respektiert in der Gruppe, keiner hört mir zu“
denkst du nun aktiv
„Wie kann ich mich selbst mehr respektieren und mir selbst mehr zuhören?“

Alleine die Umstellung deiner Gedanken wird deine Ausstrahlung SOFORT verändern: Die Menschen in deiner Umgebung werden dich anders behandeln.

Mehr nicht. So einfach ist das Prinzip. Doch die Auswirkungen dieses Prinzips sind unglaublich, fast schon magisch.

 

Sich selbst lieben lernen

 

Sich selbst lieben lernen: Praxisbeispiele

Keiner verzeiht dir, wenn du einen Fehler machst?
Dann verzeihe ihn dir selbst! Du bist menschlich und das Tolle daran ist, dass wir weder perfekt sind noch sein müssen.

Niemand schätzt deine Leistungen, die du erbracht hast?
Dann schätze dich selbst dafür! Sei stolz auf dich und lade dich selbst als Belohnung zu deinem Lieblingsitaliener um die Ecke ein.

Deine Freunde oder Arbeitskollegen hören dir nicht zu und nehmen dich irgendwie nicht wichtig?
Dann höre dir selbst aufrichtig zu und nehme dich selbst wichtig, wenn du etwas sagst!

Deine Partnerin geht lieblos mit dir um und ist nicht mehr so zärtlich wie früher?
Dann behandle dich selbst voller Liebe und Zärtlichkeit und schau zu, wie sie fast schon neidisch wird und dir das abnehmen möchte.

Deine Eltern nehmen dich und deine Bedürfnisse nicht ernst?
Dann nimm deine Bedürfnisse selbst ernst und hol dir was du möchtest!

Du hast das Gefühl, dass du von anderen Menschen ständig schlecht behandelt wirst?
Dann behandle dich selbst gut!

 

Sich selbst lieben – Die Geschichte eines Dates

Zum Schluss möchte ich dir anhand eines Beispiels aufzeigen, wie Selbstliebe dir bei einem Date nützlich sein kann.
Gehe den Text durch und schau, ob du die Stellen findest, an denen ohne Selbstliebe gehandelt wird.

Jimmy geht mit einer wunderbaren Dame aus, die er online kennengelernt hat. Allerdings weiß er nicht, wohin er mit ihr gehen soll, also fragt er einen Arbeitskollegen. Ihm wird geraten, sie zum Essen einzuladen. Also fackelt er nicht lange rum und lädt sie in ein nobles Restaurant ein. Während sie essen, fragt sie ihn mit brennendem Interesse, was er macht, wer er ist und was er mag. Er schwafelt irgendwas von Büro, dass er nett ist und dass er gerne ins Kino geht.

Sich selbst lieben? – Das Fiasko

Während sie essen, schaut sie ihn an, er sieht ihre wunderschönen Augen und im Moment der Achtlosigkeit fällt ihm die Gabel runter. Aus Peinlichkeit sagt er selbstverachtend „wie dumm von mir“ und entschuldigt sich für „diesen Fehler“. Das anfängliche Lodern in den Augen seiner Dame nimmt langsam aber sicher ab. Er bemerkt das und wird nervös, also bombardiert er sie mit Fragen, um von seiner eigenen Nervosität abzulenken. Aus Höflichkeit werden diese trotzdem von ihr beantwortet.

Sich selbst lieben lernen

Da er morgen sehr früh aufstehen muss und die Heimfahrt mehr als 2 Stunden beträgt, leitet er so langsam aber sicher einen Abschluss des Abends ein. Er erzählt ihr, dass er morgen ein wichtiges Meeting hat und sich langsam auf den Weg machen muss. Aufgrund gesellschaftlicher Konditionierungen und vermeintlicher Gentleman-Manier bietet er seiner Dame trotzdem an, dass er sie nach Hause fahren kann. Sie schaut verdutzt und sagt „Ok“.

Vor ihrer Wohnung angelangt setzt er zu einem grandiosem Finale an und will sie küssen. Sie blockt ab. „Warum?“ fragt er sich selbst und nimmt es stillschweigend hin. Er fragt sie „Sehen wir uns wieder?“. Sie sagt „Ok“, steigt aus dem Wagen aus und er hört nie wieder was von ihr.

 

Sich selbst lieben – Analyse des Dates. Was ist schief gelaufen?

Fangen wir an:

  • Du willst mit einer Frau ausgehen? Gut. Dann triff du auch die Entscheidung, wo ihr hingeht. Fragst du jemand anderen, zeigt das nur, dass du keine Verantwortung für das Date übernehmen willst und auch nicht hinter dir und deinen Entscheidungen stehst. Sie wird folglich auch nicht hinter dir und deinen Entscheidungen stehen.
  • Sie bittet dich, dass du von dir erzählen sollst? Dann erzähle ihr was du möchtest, das ist egal. Aber zeige ihr auch, dass du dich für dein Leben interessierst. Wenn du dich nicht für dich und dein Leben interessierst, wird sie es auch nicht tun.
  • Die Gabel ist dir runter gefallen? Geile Sache! Nutze das aus und fange an über dich selbst zu lachen, das macht dich wahnsinnig sexy. Aber um Gottes Willen, mach dich nicht fertig dafür. Wenn du dich selbst als dumm bezeichnest und dir nicht verzeihen kannst, dann wird sie dies erwidern.
  • Du hast morgen ein wichtiges Meeting, aber du möchtest sie unbedingt nach Hause fahren? Warum? Wenn es um ihre Sicherheit geht, dann kannst du ihr auch ein Taxi rufen. Aber wenn du zeigst, dass du dein Leben und deine Pflichten nicht wichtig nimmst, wird sie es auch nicht tun. Würdest du ihr sagen „Ich muss jetzt leider los, aber ich habe dir ein Taxi gerufen. Das Taxi geht auf mich, wenn du zu Hause bist, schreibst du mir das. Dann weiß ich, dir geht es gut“, dann ist das um Welten verantwortungsvoller und lässt dich vor allem attraktiver werden, als sie persönlich nach Hause zu fahren, obwohl du eigentlich keine Zeit hast (Nice Guys)

 

Möchtest du mehr darüber erfahren, wie du dich selbst lieben kannst? Dann lies dir das Buch von Kristin Neff durch. Es beinhaltet zum Thema sich selbst lieben Übungen und lehrreiche Geschichten, die dir zeigen, was es heißt, sich selbst lieben zu können. Der Titel spricht zwar von Selbstmitgefühl, allerdings ist dies nichts anderes als sich selbst lieben und emotional für sich selbst sorgen zu können.

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