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Gefühle zulassen und loslassen als Mann

Gefühle zulassen und loslassen

Ein Zitat von Dr. Rolf Merkle zum Thema Gefühle zulassen und loslassen:

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„Der Mensch behandelt sich und seine Gefühle mehr wie einen Feind als einen Freund.“ 

 

Gefühle zulassen und loslassen

Zur Weihnachtszeit überlegte ich mir, welches Buch ich mir kaufen sollte, das mir als neue Inspirationsquelle für meine Beiträge dienen könnte. Ich stieß auf ein Bestseller-Sachbuch und beim Lesen des Buches musste ich staunen. Die Tipps in diesem Buch handelten darüber, wie man mit seinem inneren Kind umgehen sollte und waren teilweise gut. Aber einen Ansatz fand ich zweifelhaft: Es wurde dazu geraten, die negativen Gefühle zu unterdrücken, da sie nicht dem inneren Kind zugeschrieben werden sollten.

 

Gefühle

Erstens: Unsere Gefühle sind weder negativ noch positiv.
Wir selbst setzen ein Label drauf. Aufregung und Nervosität, beispielsweise, sind ein und dasselbe Gefühl, nur unsere Einstellung zu diesem Gefühl entscheidet die Ausprägung.

Zweitens: Wenn wir Gefühle unterdrücken, werden diese stärker.
Gefühle als negativ zu deklarieren und zu unterdrücken führt dazu, dass diese im Unterbewusstsein bleiben und stärker werden.

Doch was machen wir dann mit unangenehmen Gefühlen?

Feelings

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Gefühle zulassen und loslassen: Coaching

Ein Tag, nachdem ich den Buchladen besucht hatte, begegnete ich einem guten Freund. Ich bemerkte, dass er genau das tat, was ihm das Buch rat, obwohl er das Buch nicht einmal kannte: Er unterdrückte seine Gefühle. Viel Schlechtes ist ihm in der letzten Zeit widerfahren, doch er wollte die daraus resultierenden Gefühle nicht an sich ranlassen. Die Folge war, dass er seit Monaten innerlich nicht zur Ruhe kam, da seine „negativen“ Gefühle immer stärker wurden und ausbrechen wollten. Er war oft unkonzentriert, da er seinen Fokus darauf lag, seine Gefühle im Zaum zu halten. Ich nahm diese Situation war, um ihn zu coachen.

 

 

Gefühle zulassen und loslassen: Der Umgang

Elementarer Bestandteil des Coachings war es, eine gemeinsame Wissensgrundlage zu schaffen, die frei von Verständnislücken ist. Ich erklärte ihm, dass die meisten Menschen sich selbst weder gut behandeln noch sich um ihre Gefühlswelt kümmern. Wenn es jedoch um andere Menschen geht, dann zeigen sie meist Verständnis, Respekt und Wertschätzung.

Was passiert, wenn das innere Kind beobachtet, dass alle anderen, sogar fremde (!) Personen, wichtiger und wertvoller behandelt werden als man selbst? Was passiert, wenn man anderen mehr zuhört und ihnen mehr Aufmerksamkeit und Zeit widmet als sich selbst? Es entsteht Frustration und die Psyche passt den eigenen Wert am eigenen Verhalten an: Der eigene Wert wird als sehr niedrig eingestuft und durch wiederholte schlechte Verhaltensweisen sich selbst gegenüber wird das mangelnde Selbstwertgefühl bestätigt und verstärkt. Der Glaubenssatz „Ich bin doch sowieso nicht wichtig“ verankert sich tief im Unterbewusstsein und wird gar nicht mehr angezweifelt.

Wenn nun unser bester Freund sich schlecht fühlt, dann werden viele von uns sich um ihn kümmern wollen. Wir rufen ihn an, fragen ihn, wie es ihm geht und bauen ihn durch Verständnis und Wertschätzung wieder auf. Warum machen wir dann nicht dasselbe mit uns, wenn es uns schlecht geht? Die meisten Menschen bestrafen sich eher und verurteilen sich für ihre „schlechten“ Gefühle und wollen sie möglichst schnell weg haben, damit sie nicht als schlechte Personen dastehen. Ist das nicht Irrsinn?

 

 

Gefühle zulassen und loslassen: Das Gespräch mit dir

Du bist wichtig, das musst du erkennen. Das wirst du jedoch nicht von heute auf morgen erkennen, sondern eher durch den kontinuierlichen Prozess der liebevollen Behandlung deines Selbst. Daher beginnt der erste Schritt einer positiven Beziehung zu dir selbst mit dem inneren Gespräch.

Nimm dir eine halbe Stunde Zeit und setze dich hin. Beschäftige dich mit dir selbst und vor Allem: Rede mit dir in einer liebevollen Art und Weise. Behandle dich gut. Dies sorgt dafür, dass du deine Gefühle annimmst und diese endlich loslässt, indem du sie anschaust und dich nicht für sie verurteilst.
Zusammenfassend: Gehe so mit dir um, wie du mit einem sehr guten Freund umgehen würdest.

Anwendung

Das erste innere Gespräch meines Freundes sah dann in etwa so aus:

„Hey, ich weiß, dir geht es schlecht. Ich sehe, dass du dich ungeliebt und vielleicht auch minderwertig fühlst. Aber die Dinge, die dir passiert sind, sagen nichts über dich aus. Den Besten passiert sowas. Und ich bin hier für dich. Du darfst dich ruhig schlecht fühlen, du darfst auch traurig sein. Ich bin hier für dich. Weißt du, dass du ein toller Mensch bist?“

Seine innere Unruhe, die er seit Monaten verspürte, verflog an diesem Tag. Er fühlt sich gut und ist immer wieder überrascht, wie sehr er sich über Kleinigkeiten in seinem Alltag freuen kann. Und all dies startete mit einem liebevollen Gespräch mit sich selbst, was er seit jeher jeden Tag mit sich führt. Was sich aber am meisten geändert hat, ist seine Einstellung zu seinen eigenen Gefühlen: Er sieht Gefühle nun als Geschenke an, die ihn auf etwas hinweisen wollen. Er akzeptiert seine Gefühle und gibt sich vor Allem selbst die Erlaubnis, seine Gefühle fühlen und ausdrücken zu dürfen. Im Allgemeinen ist sein Selbstwertgefühl gestiegen, wodurch er sich selbst als liebenswerten Menschen wahrnimmt und auch andere ihn so wahrnehmen.

 

 

Gefühle zulassen und loslassen: Meine Tipps an dich

  • Lese dir den Beitrag „Gefühle unterdrücken? – Warum man Gefühle zulassen sollte“ durch
  • Schenke jeden Tag der wichtigsten Person mindestens eine halbe Stunde Zeit: Dir selbst. Schalte dein Smartphone aus, kümmere dich nur um dich und frage dich, wie es dir geht und was dich beschäftigt. Sei einfach nur für dich selbst da. Mit der Zeit erkennt deine Psyche, dass du dich selbst gut behandelst und dein Selbstwertgefühl wird steigen.
  • Frage dich öfter „Würde ich so, wie ich im Moment mit mir umgehe, auch mit einem guten Freund umgehen?“ und ändere bei Bedarf deine Haltung zu dir.
  • Gebe dir selbst die Erlaubnis, deine Gefühle zu fühlen und angemessen auszudrücken.

 

Das Thema Selbstwertgefühl ist ein wichtiges Thema, was vieles in unserem Leben ausmacht: Unsere Lebensfreude und -qualität, unsere Partnerwahl und unsere Karriere. Es bestimmt, wie wichtig und wertvoll wir uns sehen und wie wir unser Leben bestimmen.
Wer sich mehr mit dem Thema Selbstwertgefühl auseinandersetzen möchte, kommt nicht am Buch von Nathaniel Branden vorbei („Die 6 Säulen des Selbstwertgefühls“). 

Wer sich mit dem Thema auseinandersetzen, jedoch nicht zu tief in die Materie gehen möchte, dem empfehle ich diese Bücher:

              

 

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